Maschek macht merkel

© Alexi Pelekanos
© Alexi Pelekanos

samstag, 2. Oktober 2021, 19 uhr, veranstaltungszentrum GUNSkirchen

 

 

Angela Merkel ist so etwas wie der Fixstern im Maschek-Universum. Sie taucht auf, wenn in der Dramaturgie eines Clips etwas aus dem Ruder zu laufen droht und jemand nach dem Rechten sehen muss. Und wenn Angela Merkel Sebastian Kurz gönnerhaft die Schulter tätschelt; wenn sie neben Putin oder Trump leidend das Gesicht verzieht – dann geschieht etwas Interessantes. Plötzlich hören wir nicht mehr Männer, die über eine Frau drüber reden. Sondern Männer, die aus einer Frau herausreden. Männer, die in die Haut einer Frau geschlüpft sind, und die Umgebung aus deren Perspektive betrachten. Mit Merkels Augen sehen wir plötzlich die geckenhaften Aufplusterungsrituale der Amtskollegen um sie herum, die Ödnis der immer gleichen Konferenzsäle. Wir spüren, wie seltsam es sich anfühlen muss, alle paar Tage im pastellfarbenen Hosenanzug eine Parade abzuschreiten, und stets die einzige Frau auf dem Gruppenfoto zu sein. Wir leiden mit Merkel mit, und freuen uns über die kleinen Fluchten in die Normalität, die sie manchmal heimlich entdeckt. (Sibylle Hamann)

 

Ein Abend mit fast allen Merkel Nummern, die Maschek jemals gemacht haben.

 

Wer hierzulande klagt, es gäbe kein gutes politisches Kabarett mehr, hat wohl auf Maschek vergessen – abgesehen davon, dass solche Klagen meist aus dem Mund jener kommen, die gar nicht mehr ins Kabarett gehen. Bei Maschek stehen die Politiker stets im Mittelpunkt des „Drüberredens“, wie man die Kunstform der live synchronisierten Fernsehbilder nennen kann. Dass es nicht als politisches Kabarett durchgeht, wenn man sich einfach über politische Köpfe lustig macht, muss nicht extra betont werden. Doch Maschek schaffen beides: Politiker in Witzfiguren zu verwandeln und gleichzeitig gesellschaftspolitische Satire zu präsentieren.

In ihrem Programm-Special  „Maschek Macht Merkel“  verneigen sich Peter Hörmanseder und Robert Stachel vor ihrer langjährigen Wegbegleiterin und Bilderlieferantin Angela Merkel. Ulrich Salamun, der früher das Maschek-Trio vervollständigte, lebt seit vielen Jahren in Nicaragua als Kaffeebauer und Honorarkonsul: Er kommt nur mehr zu Jubiläumsshows auf die heimischen Kleinkunstbühnen. Solche gab es dieses Jahr bereits, denn Maschek wurden 20 Jahre alt. Außerdem erhalten sie im November den Sonderpreis des Österreichischen Kabarettpreises, der ebenfalls seinen 20. Geburtstag feiert.

Bei so viel Party haben sich Maschek für das aktuelle Programm eine leichtere Aufgabe gestellt: Man nehme ein Best-of der bisherigen Clips und bastle daraus eine neue Geschichte. Das ist bei renommierten Kabarettisten eine beliebte Übung, auch Alfred Dorfer, Josef Hader, Thomas Maurer, und demnächst Martin Puntigam verweben ihre Werkschau in neues Gewand. Der Unterschied bei Maschek: Die Protagonisten altern nicht mit. Die Fernsehbilder einer Angela Merkel als Bundesministerin für Frauen und Jugend aus den 1990er-Jahren versetzen das Publikum wirklich in vergangene Zeiten – und berühren die Zuseher tiefer, ähnlich wie beim Durchblättern alter Familienalben.

 

Die Konzentration der Videoclips auf Angela Merkel geben dem Kabarettabend einen besonderen Spin: Die Beständigkeit der deutschen Kanzlerin macht umso deutlicher, wie kurzlebig in Österreich das Amt des Kanzlers oft ist. Schüssel, Gusenbauer, Faymann, Kern und Kurz tauchen an ihrer Seite auf, und Maschek kitzeln deren Eigenheiten so präzise heraus, dass ihnen die großen Lacher sicher sind. Als neue Story der alten Bilder gestalten Maschek in der ersten Hälfte eine „Merkel sucht den Traummann“-Serie, weil ihr Ehemann, „der alte Sauer“ nicht mehr zu Gipfeltreffen mitfahren will.
(Quelle: treibhaus.at) 


Die Maschek-Biografie

 


Die Vorgeschichte von Maschek beginnt Mitte der 90er Jahre, als Peter Hörmanseder (*1970 in Wels), Ulrich Salamun (*1971 in Köln) und Robert Stachel (*1972 in Wiener Neustadt) beim Studium an der Universität Wien erste gemeinsame Ideen entwickeln und zusammen an einer satirischen Website unter dem Namen „die maschek.seite” arbeiten. 

 

Bühnendebut im Dezember 1998 im Wiener Wohnzimmerclub Hobbythek. Von März 1999 bis Mai 2000 treten Maschek regelmäßig im Soft Egg Café im Wiener Flex auf und experimentieren bei der Moderation eines Abends zur Nationalratswahl 1999 erstmals mit TV-Live-Synchronisationen. 

2002 werden Maschek im Wiener Rabenhof Theater sesshaft und gestalten unter dem Titel „maschek.redet.drüber” zwei Jahre lang einen monatlichen Rückblick auf das televisionäre Geschehen.

2004/05 produzieren Maschek mit Regisseur Ed Hauswirth (Theater im Bahnhof) das Stück „The Great Television Swindle”. Das Rabenhof Theater erhält für diese und zwei weitere Produktionen der Spielzeit den Nestroy-Preis als Bestes Off-Theater. Im Herbst 2005 wird die Rubrik „maschek.redet.drüber” zum festen Bestandteil der ORF-Sendung Dorfers Donnerstalk.

 

 

Für das kabarettistische Puppentheater „Bei Schüssels” arbeiten Maschek 2006 unter der Regie von Rabenhof-Direktor Thomas Gratzer mit dem Original Wiener Praterkasperl und dem Karikaturisten Gerhard Haderer zusammen. Der große Publikumserfolg wird im Jahr darauf mit „Beim Gusenbauer” fortgesetzt. Für dieses Stück erhalten Maschek den Österreichischen Kabarettpreis 2007 und werden für den Nestroy-Spezialpreis nominiert. Bis Ende 2008 sehen in hundert Vorstellungen fast dreißigtausend Besucher die Puppen-Serie im Rabenhof, die ORF-Übertragung erreicht knapp 300.000 Zuschauer und einen Marktanteil von 21 Prozent, die DVD schafft es auf Platz 2 der Austria Top 40.

 

Im November 2007 hat „Das maschek.Patent – Eine Weltidee“ Premiere im Rabenhof Theater, wieder unter der Regie von Ed Hauswirth. Im Herbst 2009 wird „Bei Faymann” als dritte Ausgabe der Puppenserie gespielt.

 

Ab dem Jahr 2008 folgen Auftritte im deutschen Fernsehen („Alfons und Gäste“ im SR, „Harald Schmidt“ im WDR), das BKA-Theater in Berlin und das Lustspielhaus München werden zu weiteren festen Spielstätten. 

 

 

Von 2009 bis 2014 treten Maschek mit der dreiteiligen Programmserie „Fernsehtage” auf, wobei jeweils Fernsehaufnahmen eines einzelnen Tages als Rohmaterial für eine abendfüllende fiktionale Geschichte herangezogen werden: „090909 – ein katastrophaler Fernsehtag“, „101010 – ein revolutionärer Fernsehtag“ sowie „111111 – ein phänomenaler Fernsehtag“.

 

  

Seit Anfang 2012 sind Maschek (in der Zweier-besetzung Peter Hörmanseder und Robert Stachel) wöchentlicher Bestandteil der ORF Late-Night-Show „Willkommen Österreich” mit Dirk Stermann und Christoph Grissemann. Bisher wurden rund 250 Clips zu aktuellen Themen produziert, einige davon erreichten auf YouTube und in der ORF TVThek Rekordwerte und konnten innerhalb einer Woche mehr Aufrufe verzeichnen als die Sendung auf ORF Zuschauer hatte.

 

In der Spielzeit 2013/14 wird mit „Bye-Bye, Österreich!“ eine weitere Ausgabe der Puppenserie aufgelegt. Der Rabenhof verkauft über 30.000 Karten für die Show, die auch auf ORF eins gezeigt wird und auf DVD erscheint. Als „mascheks Puppenkiste“ werden auch erstmals alle 4 Ausgaben der Serie in einer DVD-Box angeboten, darunter zum ersten Mal „Bei Schüssels“.

 

Seit 2008 spielen Maschek jedes Jahr zu Silvester einen Jahresrückblick unter dem Titel „Das war 20xx – maschek.redet.drüber“. Aus einem Einzeltermin in Wien wird über die Jahre eine größere Tournee durch alle Bundesländer, die 2014 bereits von Ende November bis Anfang Februar dauert.

 

 Im Frühjahr 2016 gehen Maschek mit „FAKE! In Wahrheit falsch“ der Frage nach: Was tut die Satire, wenn sie von der Realität eingeholt wird? Und welchen Nachrichten kann man noch trauen? Das Programm läuft über zwei Jahre in fast hundert Shows in Österreich und Deutschland. Für ihre Arbeit werden Maschek auch als „Journalisten des Jahres“ mit dem eigens erfundenen „Sonderpreis Kabarett“ geehrt.

 

Im Herbst 2018 starten Maschek in die 21. Saison und feiern 

mit der Show „MASCHEK XX – 20 Jahre Drüberreden” (wieder 

zu dritt auf der Bühne) und mit dem gemeinsam mit Christopher Wurmdobler produzierten Buch „Satire darf al” ihr rundes Jubiläum. 

  

 

Und schreiben sich ab sofort groß und ohne Punkt hinten: Maschek